VWL in Heidelberg

Eco City Development in China SS2006

Mai 2, 2007 · Kommentar schreiben

Betriebswirtschaftliches Seminar im WS 2005/06Ruprecht-Karls-Universität zu Heidelberg 

Seminar: Ansätze zur regionalen Entwicklung der Kreislaufwirtschaft in China 

Eco-City-Development in
China und
Kreislaufwirtschaft
 


Seminar: Ansätze zur regionalen Entwicklung der Kreislaufwirtschaft in China 

Eco-City-Development in
China und
Kreislaufwirtschaft 

Inhaltsverzeichnis  Abkürzungsverzeichnis…………………………………………………………….. IIAbbildungsverzeichnis……………………………………………………………… III1    Einleitung…………………………………………………………………………….. 12    Grundlagen des Ecocity-Development Programms…………. 22.1     Konzept des Ecocity – Development………………………………………… 22.2     Kreislaufwirtschaft im Rahmen des Ecocity Programms……………… 33    Dimensionen des Ecocity-Developments in China………………. 43.1     Historisch – Fortschritte Chinas bei der Entwicklung von Umweltstandards und des Umweltrechts………………………………………… 53.2     Makroebene – Ökonomie und politisches System………………………… 63.3     Mikroebene – Wechselwirkungen von Industrie und Stadt…………… 84    Ecocity Development in Yangzhou und Changzhou…………… 94.1     Yangzhou………………………………………………………………………….. 114.2     Changzhou………………………………………………………………………… 124.3     Gemeinsamkeiten und Unterschiede bei der Umsetzung………………. 134.4     Vergleich mit dem Ecocity Konzept der EU………………………………. 144.5     Konsequenzen für den nachhaltigen Erfolg……………………………. 155    Schlussbetrachtung………………………………………………………… 16 LITERATURVERZEICHNIS……………………………………………………………IV 

Abkürzungsverzeichnis 

BMZ                Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit

EU                   Europäische Union

f.                      folgende

ff.                     fort folgende

GTZ                 Detusche Gesellschaft für technische Zusammenarbeit

o.A.                  ohne Angabe

o.J.                  ohne Jahr

o.O.                 ohne Ort

o.V.                  ohne VerfasserSEPA               State Environmental Protection Administration UN                   United NationsVgl.                  Vergleich 


Abbildungsverzeichnis Abbildung 1: Stufen der Kreislaufwirtschaft; Quelle: Fleig, Jürgen (2000): Zukunftsfähige Kreislaufwirtschaft, S. 16.  Abbildung 2: BSP Pro Kopf nach Region, Arbeitsplätze in städtischen Regionen, durchschnittliches Lohnniveau; Quelle: http://service.spiegel.de/cache/international/spiegel/0,1518,grossbild-543424-393615,00.html 

Abbildung 3: Übersichten zur wirtschaftliche Entwicklung Chinas; Quelle: Fragile China (7/2005) in:  Spiegel Special – International Edition: Globalization – The New World S.34 Abbildung 4: Provinz Jiangsu; Quelle: http://encarta.msn.com/map_701513494/Jiangsu.html (28.12.2005) 

Abbildung 5: Eigene Darstellung, Ecocity Programm Komponenten, Quelle:  http://www.ecocity-programme.org/AboutUsOverview.htm (28.12.2005)  Abbildung 6: Satellitenfoto, Google Earth (02.01.2006)          Abbildung 7: Satellitenfoto, Google Earth (02.01.2006) 


1       Einleitung

China auf dem Weg zur Supermacht. Ein Weg mit Chancen, Herausforderungen und Hindernissen. Auf kein anderes Land liegt zurzeit der Fokus so stark, wie auf dem Reich der Mitte. Im Zeichen der Globalisierung steigt  China zum „Global Player“ auf und ermöglicht neue Chancen für die Weltwirtschaft. Doch der Wirtschaftsboom hinterlässt seine Spuren.  Die Fehler beim Umweltschutz, die Europa in der Zeit der Industrialisierung gemacht hat, gilt es ein zweites Mal zu vermeiden. Von ungeklärten Abwässern über Luftverschmutzung, Ressourcenverschwendung bis zur Versiegelung des Bodens wurden alle Fehler gemacht. [1]  Im Rahmen der lokalen Agenda 21 wurde das Ecocity Development ein  Konzept zur nachhaltigen Entwicklung der Städte. Agenda heißt, aus dem lateinischen übersetzt: „das, was zu tun ist“, 21 steht für das 21. Jahrhundert.[2]Ziel der vorliegenden Arbeit ist es einen Überblick über das Ecocity Konzept und seine verschiedenen Dimensionen zu geben. Es werden Anwendungsmöglichkeiten aus zwei chinesischen Städten beschrieben und evaluiert, sowie durch Vergleich mit dem EU- Forschungsprojekt ECOCITY die Unterschiede beschrieben und die sich daraus ergebenden Konsequenzen gezogen.Nach Einführung in das Thema wird in Kapitel zwei der vorliegenden Arbeit ein Überblick über das Ecocity Konzept gegeben und eine Verknüpfung mit der Kreislaufwirtschaft hergestellt, die in einer nachhaltigen Entwicklung der Städte  eine wichtige Rolle bei der Ressourcennutzungseffizienz spielt. Im Besonderen wird das Ecocity Programme der Deutschen Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) als Grundlage aufgegriffen. Der dritte Abschnitt der Arbeit widmet sich den verschiedenen Dimensionen des Ecocity Developments. Vor dem Hintergrund der geschichtlichen Entwicklung wird die Entstehung von Umweltstandards und des Umweltrechts diskutiert. Anschließend erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit den Auswirkungen des Umweltschutzes in Politik und Wirtschaft auf nationaler Ebene, sowie Industrie und Stadt auf lokaler Ebene. Die Anwendung des Ecocity Konzepts werden im vierten Kapitel am Beispiel der chinesischen Städte Yangzhou und Changzhou aufgezeigt. Im Vergleich mit dem Ecocity Projekt der europäischen Union werden die Auswirkungen und Unterschiede hinsichtlich der Verwirklichung der lokalen Agenda 21 aufgezeigt und im Folgenden die Konsequenzen für den nachhaltigen Erfolg darlegt.

2       Grundlagen des Ecocity-Development Programms

Das Ecocity Development Konzept hat seine Wurzeln in der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro und dem daraus folgenden Agenda 21 Aktionsprogramm, das den grundlegenden Rahmen der nachhaltigen Entwicklung der Welt im 21. Jahrhundert mit 27 Grundsätzen und Richtlinien vorgibt.[3] Die GTZ definiert die Ecocity wie folgt: „Die Eco City-Bewegung fokussiert eine nachhaltige Entwicklung der Städte, in der das ökonomische Wachstum im Einklang mit den Ressourcen, der Umwelt und den Bewohnern der Stadt abgestimmt entwickelt wird.“[4] 

2.1       Konzept des Ecocity – Development  

Das Ecocity- Development Konzept ist eine Durchführung des Aktionsprogramms Agenda 21 auf lokaler, urbaner Ebene. Es integriert Strategien einer umweltgerechten, nachhaltigen Entwicklung in den Prozess der Stadtentwicklung. Dabei wird insbesondere versucht ökonomische und soziale Gesichtspunkte, Ressourcenmanagement, Infrastruktur, sowie  Flächennutzung und Rohstoffverwertung mit einer nachhaltigen Stadtentwicklung zu vereinbaren und dem urbanen Raum und seinen Bewohnern eine ökologische und lebenswerte Zukunft zu sichern.[5]Das Ecocity Development Konzept wird in vielen Städten auf dem Globus bereits erfolgreich angewendet, von Berkeley in den USA, über Johannesburg in Südafrika,  bis in Yangzhou in China. Nach der Konferenz in Rio de Janeiro 1992 haben sich im Bezug auf die Stadtentwicklung verschiedene Initiativen entwickelt. Hier wären beispielsweise UN-Habitat und das EU Forschungs-projekt ECOCITY zu nennen, bei dem fünf europäische Städte ökologische Modellsiedlungen in ihrem Stadtgebiet entwerfen und auch erbauen. Diese entsprechen den Grundsätzen der nachhaltigen Entwicklung des urbanen Raums.[6]In China versucht die GTZ mit dem Ecocity Programm in den Städten Changzhou und Yangzhou, vor allem durch die Kooperationen mit den örtlichen Behörden, Modelle zu entwickeln und umzusetzen, die es ermöglichen, auch unter Beachtung des sozioökologischen Lebensraumes, ökonomisches Wachstum zu erzielen und die Lebensqualität der Bewohner dauerhaft zu erhöhen.[7] Darüber hinaus wird auch der Kontakt und Kooperation mit der städtischen Bevölkerung gesucht, um ein ökologisches Bewußtsein der Einwohner zu entwickeln.  

2.2       Kreislaufwirtschaft im Rahmen des Ecocity Programms

Betrachtet man auf modelltheoretischer Ebene den urbanen Raum als abgeschlossene Einheit, so spielt im Rahmen des Ecocity Programms die Kreislaufwirtschaft eine wichtige Rolle.Hierbei werden die Grundlagen für ein ressourcenschonendes Stoffstrom- management gelegt, welches es vorsieht,  statt eines linearen Prozesses einen Kreislaufzyklus zu erreichen.  Hierzu gibt es drei grundsätzliche Prinzipien:

  • Ein vorgegebenes Outputniveau mit einem geringen  Einsatz von Inputfaktoren zu erreichen
  • Verwendete Produkte wieder dem Produktionsablauf zuführen
  • Die Umwandlung von verwendeten Produkten in Rohstoffe zur Wiederverwendung im Produktionsprozess[8]

Ziel ist es, dass die Verarbeitungs- Effizienz soweit steigt, dass keine Ressourcen verbrauchende Reststoffe anfallen.[9] Weiterhin sollen Abfälle stofflich getrennt recycelt werden, um den Ressourcenverlust insgesamt zu minimieren.Ziel  wäre ein geschlossenes System, dass mit den einmal zugeführten Ressourcen auskommt, ohne weiteren Zufluss zu benötigen. Die folgende Abbildung zeigt, dass sich bei Verminderung des notwendigen Rohstoffeinsatzes, der ökonomische Vorteil für den Produzenten erhöht.


Abbildung 1: Stufen der Kreislaufwirtschaft; Quelle: Fleig, Jürgen (2000): Zukunftsfähige Kreislaufwirtschaft, S. 16.   Dies ist somit bestes Argument zur Umsetzung in Industrien und stark rohstoffabhängigem, verarbeitendem Gewerbe. Ferner steigt mit zunehmender Dauer die Wertschöpfung des Produktlebenszyklus. Statt ein Gleiches, neues Produkt herzustellen und stoffliches Recycling zur Wiederverarbeitung zu nutzen, muss das System soweit optimiert werden, dass durch verbesserte Produktqualität, Plattformentwicklungen, sowie geringe Individualisierung der Produkte und Produktionsprozesse die Wertvernichtung und dadurch der Rohstoffeinsatz weiter abnimmt. Durch den Prozess der Stoffstromoptimierung und die dadurch ein  homogenes System bildende Kreislaufwirtschaft wird es ermöglicht, ein Modell unter sonst gleichen Bedingungen anzuwenden, das sich selbst versorgt und durch das die  Ecocity als abgeschlossenes System betrachtet werden kann, und somit das zum elementaren Bestandteil der Ecocity hinsichtlich Ökonomie und Ökologie wird. [10]Dies trifft im Besonderen auf China zu, dessen Rohstoffverbrauch überproportional ansteigt. Ein weiteres Ansteigen habe langfristige negative Auswirkungen auf  Weltwirtschaft und Umwelt.[11] 

3       Dimensionen des Ecocity-Developments in China

Das Ecocity Konzept wird in China von vielen Ländern und verschiedenen Organisationen gefördert. Im Folgenden wird jedoch nur auf das Ecocity Programm der GTZ eingegangen, die das Modell in China für die Städte Yangzhou und Changzhou entwickelt und implementiert. Andere Programme wie das UN-Habitat oder das Ecocity Forschungsprojekt der europäischen Union gehen einen ähnlichen Weg, als Vorreiter, als übergreifende Plattform oder auch in der Wissenschaft.[12]Das Ecocity-Programm umfasst alle Dimensionen, die das Leben,  der Bevölkerung in der Region und  deren nachfolgenden Generationen betreffen. Es soll ein abgeschlossenes, dadurch auch ein evaluierbares Modell entstehen,  in dem sich das Leben in allen Bereichen ressourcenschonend entwickeln kann.[13]

3.1       Historisch – Fortschritte Chinas bei der Entwicklung von Umweltstandards und des Umweltrechts

Vergleicht man Deutschland und China bezüglich der Umweltstandards, so ist China ein Entwicklungsland.[14] Dennoch hat sich durch das rasante Wirtschaftswachstum auch die Umweltgesetzgebung weiterentwickelt. Von vergleichbaren Standards in der Gesetzgebung ist man dennoch weit entfernt. Zu hoffen bleibt, dass China nicht die Entwicklung der Industrieländer nachahmt und die Umwelt für kurzfristige ökonomische Interessen ausnutzt.[15] Der zwar heute hohe Umweltstandard Deutschlands ist erstrebenswert, aber ist dieser dennoch oftmals aus negativen Vorfällen und Erfahrungen entstanden und nicht durch vorbeugende Einsicht, welche nun in China vermittelt werden soll. In China gibt es das Übergeordnete Umweltministerium SEPA, das Gesetze erlässt. Zudem besitzt jede Provinzregierung eigene Umweltgesetze, hierbei existieren jedoch starke Unterschiede zwischen dem ärmeren Westen und dem boomenden Osten. Die Provinz Jiangsu, in welcher sich die beiden Modellstädte des GTZ Projekts befinden, hat 2002 als erste Provinz ein Gesetz verabschiedet, das die „Steigerung der Wiederverwertungsrate von Ressourcen und die Prävention von Umweltschäden zu ihrem Kerninhalt machte, und die ‚sauberen’ Produktionsweisen in Unternehmen verrechtlichte“.[16] Besonders im Bezug auf die nachhaltige Entwicklung ist dies ein Schritt, der auch in  anderen Provinzen erforderlich ist und auch in den nicht vom Aufschwung partizipierenden Regionen zu  Verbesserungen führen würde, da gerade hier ein Mangel an Rohstoffen herrscht. Eine Rationierung des Stroms ist die Folge der ineffizienten Produktionsstruktur. Durch eine innovative Gesetzgebung könnten Reformen herbeigeführt werden, die die Unternehmen veranlassen in moderne Umweltstandards zu investieren.Auf juristischem Wege sollten Handlungsanreize für die Unternehmen geschaffen werden, den Weg von der reinen Marktwirtschaft zur ökologisch sozialen oder in China zur sozialistischen Marktwirtschaft zu gehen. Ob dies durch Emissionszertifikatehandel nach Coase oder mit Hilfe einer Pigou-Steuer zur Subvention umweltfreundlichen Wirtschaftens geschieht oder durch Entwicklungshilfe von Außen hat für die Natur keine Bedeutung.[17] 

3.2       Makroebene – Ökonomie und politisches System

Dass wirtschaftlicher Aufschwung mit einem demokratischen politischen System einhergeht wurde nach der Öffnung des eisernen Vorhangs sichtbar, als die westliche Welt zum ersten Mal Einblick hatte in das kommunistische System und die rückständige Wirtschaft sowie die zugrunde gerichtete Umwelt, in den ehemaligen Warschauer Pakt Staaten, den Beweis für die Systemüberlegenheit der Marktwirtschaft lieferte. Fünfzehn Jahre später wird ein kommunistisches Land zum Motor der Weltwirtschaft, während sich die Bundesrepublik mit Strukturproblemen und Problemen der Globalisierung auseinandersetzt, welche China zum Erfolg verhilft.

 

Abbildung 2: BSP Pro Kopf nach Region, Arbeitsplätze in städtischen Regionen, druchschnittliches Lohnniveau; in: http://service.spiegel.de/cache/international/spiegel/0,1518,grossbild-543424-393615,00.html Das Zentralkomitee in Beijing und das Politbüro der Kommunistischen Partei der Volksrepublik haben durch die Schaffung marktwirtschaftlich geprägter Freihandels- und Sonderwirtschaftszonen den wirtschaftlichen Aufschwung des Schwellenlandes angekurbelt und China zu einem attraktiven Wirtschaftsstandort gemacht, wie auf den Abbildungen zwei und drei statistisch beeindruckend belegt wird.. Der anhaltende Aufschwung macht China nicht mehr nur zur Exportnation für Billigprodukte, sondern auch zum Absatzmarkt für westliche Unternehmen, die dort den Markt der Zukunft sehen. Die Vorteile für die Unternehmen, in China zu  investieren sind die geringen Steuern und Subventionen, die China den Investoren zukommen lässt. Dazu kommen eine unbegrenzte Anzahl von Arbeitskräften sowie ein enormes Wachstumspotenzial und ein starker Arbeitswille.[18]

Abbildung 3: Übersichten zur wirtschaftliche Entwicklung Chinas Vgl. O.V. Fragile China (7/2005) in:  Spiegel Special – International Edition: Globalization – The New World s.34

S.32

Was auf den ersten Blick als Vorteil gilt, kann auf den zweiten Blick zum Verhängnis werden. Die international nicht unumstrittene Gesetzgebung und das Festhalten am Wachstumskurs bergen die langfristigen Risiken: Wasserverschmutzung und Bodenerosion, das Erkrankungsrisiko für die Menschen und Wegfall der Wirtschaftsgrundlage der Unternehmen durch Rohstoffmangel. Nicht zuletzt das Problem der Massenmotorisierung: Bis 2010 sollen ca. 120 Millionen PKW mit oftmals veralteter Abgastechnik auf Chinas Straßen zugelassen sein, die jede Großstadt im Smog versinken lassen.[19]Vor allem im Infrastrukturbereich werden die Energieprobleme des Landes auch zu sozialen Problemen der Menschen, wie zum Beispiel die Zwangs- umsiedelung von mehr als einer Million Menschen durch Stauung des Yangtze Flusses.[20]Die Gesetzgebung ermöglicht Wissens- und Patentdiebstahl durch chinesische Unternehmen, da Investoren zu Joint Ventures mit ansässigen Unternehmen gezwungen werden. Außerdem werden westliche Unternehmen genötigt geheime Forschungen und Entwicklungen an die Chinesen preiszugeben. Die Rechtsicherheit ist nicht gewährleistet, da es keine absolute Trennung  zwischen judikativer und legislativer Gewalt gibt. Die Kommunistische Partei setzt gegebenenfalls ihren Willen auch gegen westliche Bedenken durch, wie beim Aufstand 1989 in Beijing.Das enorme Wachstum führt langfristig zur Ausbeutung aller Produktionsfaktoren.  Das Arbeitsrecht bietet den Menschen nur begrenzt Schutz und bessert sich nur durch Druck des Westens. Die Löhne steigen nur langsam und die Umwelt wird auf Grund des politisch forcierten Wachstumsdrucks nicht beachtet. Diese langfristigen Nachteile wurden dem kurzfristigen Wachstum zunächst geopfert und die Umweltzerstörung wird langsam durch Hilfe von Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen des Westens thematisiert.Durch verschiedene Modelle und Projekte in Kooperation mit der chinesischen Umweltschutzbehörde (SEPA), der Zentralregierung und den Provinz- regierungen wurde im Zuge der globalen Agenda 21 –  auch China hat das Kyoto Klimaschutzprotokoll unterschrieben – ein Prozess angestoßen, der auf makroökonomischer und politischer Ebene zu einem Umdenken führen muss um eine nachhaltige Entwicklung zu ermöglichen. Die Ecocity ist durch die anhaltende Urbanisierung ein wichtiger Faktor diesen Prozess weiterzuführen. 

3.3       Mikroebene – Wechselwirkungen von Industrie und Stadt

Auf der Mikroebene wird die Wechselwirkung der wachsenden Industrie in den Städten und den dort lebenden Menschen deutlich. Hierbei ist der Trend erkennbar, dass chinesische Städte sich ein Wettrennen um die hintersten Plätze in den verschiedensten umweltrelevanten Kategorien liefern. In einer Studie der Asian Development Bank sind von zehn Städten acht chinesische, was die Höhe des Partikelausstoßes in die Atmosphäre betrifft.[21]Viele Städte in China versinken im Smog. Dieser wird von der wachsenden  Motorisierung und von den Schwerindustrien verursacht. Einen Großteil der Energiegewinnung sichern Kohlekraftwerke, die allerdings nicht dem europäischen. Stand der Technik entsprechen. [22] Eine mögliche Folge ist das entstehen eines Standortproblems. Grund hierfür ist die Erhöhung des Schadstoffausstoßes der Pendler, je weiter Industriegebiete vor den Toren der Städte liegen. Dieses Problem der Massenmotorisierung hat auch in den indischen Megastädten zum Kollaps der Verkehrsinfrastruktur geführt. Somit wird das Dilemma der chinesischen Stadtplaner deutlich. Ein Lösungsansatz hierfür wäre der Eco-Industrial-Park. In entstehenden Industrieflächen kann eine Kreislaufwirtschaft einführt werden und dadurch der Ressourcenverbrauch verringert werden.[23] Falls eine direkte Verringerung nicht möglich ist, kann auch in diesem homogenen Raum durch Umwandlung eine Effizienzsteigerung erreicht werden. Abfälle einer Fabrik könnten so als Rohstoffe in den Verarbeitungsprozess einer anderen Fabrik eingehen. Ferner müssen innovative Verbrennungstechniken den Schadstoffausstoß stark reduzieren; bei  Energiegewinnung und im Produktionsprozess. Vor allem muss durch ein  effizientes öffentliches Verkehrssystem eine gute Verbindung zwischen Wohn- und Industriegebieten hergestellt und dadurch die städtische Infrastruktur vom Verkehr und die Stadt vom Smog befreit werden. 

4       Ecocity Development in Yangzhou und Changzhou

Abbildung 2: Provinz Jiangsu; aus http://encarta.msn.com/map_701513494/Jiangsu.html (28.12.2005)  1996 wurden von der State Environmental Protection Administration (SEPA) in China, das Pendant des Bundesministeriums für Umwelt und Naturschutz der BRD, die formalen Grundlagen des Ecocity Development gelegt und dadurch die rechtlichen Voraussetzungen für eine nachhaltige Stadtentwicklung geschaffen. Die städtischen Verwaltungen waren mit den umfassenden Regelungen und der Frage nach der  eigentlichen Definition von Ecocity jedoch überfordert.[24] Das GTZ Ecocity Programm „Umweltgerechte und nachhaltige Stadtentwicklung“ unterstützt, im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)  in der Provinz Jiangsu, im Osten Chinas, die Städte Yangzhou und Changzhou[25] bei Ihrer zukünftigen nachhaltigen Stadtentwicklung. Das Projekt startete im Juni 2002 und hat eine voraussichtliche Laufzeit von fünf Jahren.[26]Das GTZ gliedert das Ecocity Programm in drei Schwerpunkte:[27]1.)  “Spatial planning and integrated urban environmental management”2.)  “Solutions for selected key issues of urban environment and development“3.)  “Integrated learning systems and dissemination channels” 

Lösungen für ausgewählte Themen der städtischen Umwelt und Entwicklung 
 Integrierte systematisches Lernen und Verteilung
Lokale  Raumplanung und integriertes städtisches Umwelt-management 
 Umweltgerechte und nachhaltige Stadtentwicklung
 Abbildung 3: Eigene Darstellung, Ecocity Programm Komponenten, Quelle: http://www.ecocity-programme.org/AboutUsOverview.htm  

In Abbildung 3 ist eine deutsche Übersetzung der Ziele des Ecocity Programms  zu sehen. Die erste Komponente des Ecocity Programms legt den Schwerpunkt auf die städtische Umwelt- und Raumplanung und zielt darauf ab, die lokalen Interessen- vertreter zu stärken. Hierbei soll die  Eigeninitiative der dortigen Bevölkerung erhöht werden, um sie auf Dauer selbst in die Lage zu versetzen, die zukünftige Planung  selbstständig durchzuführen. Das Ziel der GTZ ist die Unterstützung der Ecocity Planung in Yangzhou und Changzhou. In Changzhou wird allgemein an einem übergreifenden Konzept der nachhaltigen Stadtplanung gearbeitet. In Yangzhou wird besonders die Erhaltung und Integration des Altstadtkerns in ein modernes Stadtbild berücksichtigt.[28]Der zweite Schwerpunkt liegt darin, die intersektorale Zusammenarbeit beim Umweltschutz zu verbessern und Partnerschaften zwischen Unternehmen und öffentlichen Institutionen zu erreichen. Allgemein sollen grundsätzlich umweltfreundliche Ansätze und Praktiken  in den Städten eingeführt werden.Weiterhin sollen Modelllösungen geschaffen werden, die als Vorbild für andere Städte dienen können.Ferner soll eine Verbesserung und Installation des städtischen Wasser- und Abwassersystems erreicht werden, indem bereits im Umland das Wasser aufgearbeitet wird.[29]Des Weiteren ist die Einrichtung eines „Verkehrsmanagements“ vorgesehen sowie die Eingliederung öffentlicher Transportmittel.Die dritte Komponente des Ecocity Programm unterstützt eine Kapazitätsbildung und den Erfahrungsaustausch zwischen den Städten. Das Ziel ist die Schaffung einer Bildungsstruktur. Hierfür werden Seminare und Konferenzen durchgeführt, um den Erfahrungsaustausch und die Teilnahme der Bevölkerung zu verbessern.   

4.1      
Yangzhou

Abbildung 4: Satellitenfoto, Google Earth (2.1.2006) 

Yangzhou ist die erste der beiden Städte, die am Ecocity Programm der GTZ beteiligt sind. Yangzhou hat 4,54 Millionen Einwohner, wovon 1,1 Millionen direkt in der Stadt leben. Die Nähe zum Fluss Yangtze  ist auf der Abbildung 5 deutlich zu erkennen. Dies hat Vorteile für die  Infrastruktur, Logistik und vor allem für die Trinkwassergewinnung. 2003 wurde Yangzhou, auch durch Unterstützung der GTZ, zur landesweit ersten Stadt, der die SEPA einen „Ecocity Masterplan“ genehmigte.[30] Der Anteil der Grünflächen hat sich seit 2002 um fast zwei Drittel erhöht. Demzufolge wird eine erhöhte Lebensqualität ermöglicht. Der Schwerpunkt  liegt in Yangzhou auf der Sanierung der Altstadt.[31] Hierbei soll nicht altes Mauerwerk neuen Wolkenkratzern weichen, sondern erstmals ein sozio-ökologisch harmonischer Eingriff erfolgen, der weder eine Umsiedlung der Bewohner in Wohnsilos am Stadtrand, noch einen Abriss der meist in traditionellen Baustilen erbauten Altstadthäusern vorsieht. Vielmehr sollen in Einklang mit dem bestehenden Stadtbild Sanierungen und Modernisierungen erfolgen, die nur kleinere Einschnitte zu Folge haben. Vor allem die Installation von sanitären Anlagen und eines städtischen Abwassersystems stehen hierbei im Vordergrund, da sonst ein Zerfall der Bausubstanz durch Wasserschäden erfolgt. Vor allem aber sollen die „gewachsenen sozialen Strukturen“[32] erhalten bleiben. Die Häuser der Altstadt sind alle in Staatsbesitz was dazu führt, dass die Bewohner selbstständig keine Renovierungen vornehmen, da sie jederzeit zu einer Umsiedlung gezwungen werden können. [33]Im August 2005 eröffnete in Yangzhou ein „Eco Center“, ein Büro der GTZ und des Ecocity Programms. Dieses dient als Ausstellungszentrum und gibt den Bewohnern von Yangzhou die Möglichkeit zur Information und Weiterbildung in Umweltthemen. Darüber hinaus soll es zur Kommunikationsplattform werden, um die Menschen näher an das Projekt zu binden und dadurch mehr Akzeptanz zu erreichen, welche zum Erfolg des Projektes beitragen soll. [34] 

4.2      
Changzhou

Changzhou ist die zweite Stadt, die am GTZ Ecocity Programm beteiligt ist. Sie befindet sich in der Nähe des Yangtze Flussdeltas und hat 3,85 Millionen Einwohner, davon  Leben 850.000 Menschen direkt in der Stadt. Die Infrastruktur der Stadt ist weitgehend gut ausgebaut.

 Abbildung 5: Satelittenfoto, Google Earth (02.01.2006).

Es existiert eine moderne Anlage, die Trinkwasser aus dem Fluss gewinnt. Die Stromversorgung, Telekommunikation sowie Klärung der Abwässer sind gesichert.[35]Für 2010 soll das durchschnittliche Bruttosozialprodukt pro Kopf bei 40000 Yuan liegen[36], die Urbanisierung bei über 60 Prozent. [37]Dieser Trend hat ein stark ansteigende Motorisierung, eine Erhöhung der Ausgaben für die öffentlichen sanitären Einrichtungen[38] und eine Schädigung  der städtischen Grünflächen zur Folge. Infolgedessen wurde ein strategischer Entwurf gefertigt, der von allen zuständigen Ministerien akzeptiert wurde und nun umgesetzt werden kann. Dieser Entwurf gibt weniger den Rahmen, als umso mehr Lösungsansätze und Implementierungsmöglichkeiten vor.[39]Ein Modell für eine Modernisierung der sanitären Anlagen wurde im Zuge einer Studie im Stadtteil Hou Yu erstellt. In diesem Stadtteil befanden sich 300 Haushalte ohne sanitäre Einrichtungen.  Dies führte zu starken hygienischen Problemen, da Abwasser direkt in den Kreislauf zurückfloss und dadurch das saubere Wasser verunreinigen konnte. Ein Lösungsansatz ist eine dezentrale Versorgung mit sanitären Anlagen. Die Abwässer können durch ein Abwassersystem gesammelt und danach auf den Feldern zur Düngung verwendet werden.[40] Dadurch wurde ein Kreislaufsystem geschaffen, das die Abwasserproblematik nachhaltig gelöst hat.Durch Erbauung von Plattenbausiedlungen und Versiegelung des Erdreichs wäre eine solche Lösung nicht möglich, sonder würde zu noch größeren Problemen führen. 

4.3       Gemeinsamkeiten und Unterschiede bei der Umsetzung

Beim Vergleich zwischen beiden Städten wird ersichtlich, dass Changzhou sich noch in der Planungsphase befindet. Es gibt gute Ansätze und Überlegungen, dennoch sind bis heute keine größeren Verbesserungen in der Stadt zu erkennen.[41] Lediglich ein Modellversuch wurde unternommen, der für eine stadtweite Umsetzung zu teuer wäre.In Yangzhou hingegen ist man über die Planungsphase hinaus und hat konkrete Vorhaben entwickelt, zusammen mit den Behörden wurden einzelne  Projekte erfolgreich verwirklicht, zum Beispiel die Sanierung der Altstadt im Einklang mit dem vorhandenen Stadtbild. Auf eine Standardisierung des Stadtbildes, wie es oftmals in China durch zentralistische Planung aus Gründen der Wachstumsmaximierung der Fall ist, wurde bewusst verzichtet. Die Qualität des Lebensraums wurde als Prämisse vor das Wachstum des Pro-Kopf-Einkommens gestellt. Das Wachstum alleine wäre nur ein kurzfristiger Indikator und kann nicht alleine als Begründung zu Schädigung der Umwelt angenommen werden. In Yangzhou wird bereits versucht, zum Beispiel durch öffentliche Medien psychologisch, das Umweltbewusstsein der Einwohner zu wecken. Es wurde ein Informationsbüro eröffnet, dieses gibt konkrete Vorschläge für umweltbewusstes Verhalten. Eine veränderte Wahrnehmung und eine Erziehung zu selbstständigen, eigenverantwortlichen Handeln sind das Ziel.[42] Bei Unterteilung des Projekts in zyklische Abschnitte[43] wird folgendes deutlich: Die Problemstellung beim Ecocity Programms ist in beiden Städten gleich. Die drei Hauptkomponenten werden bei beiden Städten als Ziele identifiziert. Es wurden dabei für beide Städte Strategien konzipiert und die Kooperation mit den Partnern vor Ort und mit den in China wichtigen zentralen Behörden bzw. Planstellen, bis hin zur SEPA, wurde koordiniert.Bei der Durchführung hat man jedoch in Yangzhou schnellere Fortschritte gemacht als in Changzhou, wo die konzipierten Strategiepapiere für die Stadt gerade erst von den Behörden genehmigt wurden, also noch keinerlei Handlungserfolge vorzuweisen sind. Bei der Durchführung hat man in Yangzhou die Sanierung der Altstadt begonnen, die von der GTZ in Veröffentlichungen und Nachrichten als Erfolg gewertet wird.[44]Ziel der Projekte ist es den Modellcharakter, den beide Städte als zukünftige Ecocities einnehmen, auf andere Städte zu übertragen und durch die erzielten Erfolge ein Argument gegen den allgemeinen strikten Wachstumskurs Chinas vorweisen zu können. 

4.4       Vergleich mit dem Ecocity Konzept der EU

Das Ecocity Project der europäischen Union: “ECOCITY ‘Urban Development towards Appropriate Structures for Sustainable Transport’ (2002 – 2005)”[45] verfolgte, im bis heute gleichen Zeitraum, auch die Strategie der nachhaltigen Stadtentwicklung. Hierbei nahmen sieben Städte der EU, von Kleinstädten wie Bad Ischl in Österreich bis Barcelona mit ca. 1,5 Millionen Einwohnern teil. Ziel war es in ausgewählten Modellsiedlungen ein ökologisch nachhaltiges Konzept anzuwenden und dabei eine höhere Lebensqualität für die Bewohner zu erreichen. Das Hauptziel ist die Installation eines umweltkompatiblen Verkehrssystems. Ebenso liegt ein weiterer Schwerpunkt auf einer Kosten-nutzenmäßig ausgewogenen Lösung die nicht nur Modellcharakter haben soll[46]. Es wird im Vergleich deutlich, dass es in Europa feststehende Stadtgebiete gibt und weniger die Bestrebungen bestehen komplette Gebiete umzubauen. Ein Grund sind auch die Kosten, die in China durch das enorme Wachstum, wenn überhaupt, nur langfristig kompensiert werden. Vielmehr geht es in den europäischen Städten um ein „Feintuning“ und um Möglichkeiten die erkannten Auswirkungen auf die Umwelt und nicht zu letzt auf die Lebensqualität direkt in die neuen Siedlungen mit einfließen zu lassen um somit einen umweltfreundlichen Lebensraums zu schaffen 

4.5       Konsequenzen für den nachhaltigen Erfolg

Es kann nur das Ziel sein, in China durch konsequente Erziehung ein Umweltbewusstsein der Menschen zu schaffen, deren Vordenker sich mehr um Prestigebauten kümmern als um intelligente Verkehrskonzepte.[47]Durch Nutzung von Nachhaltigkeitsindikatoren[48] muss der Beweis geführt werden, dass der ungebremste Wachstumskurs in China mittelfristig nicht zu einem Erfolg führt, sondern die Lebensbedingungen verschlechtert[49]. Das Indikatorensystem umfasst eben nicht nur das Wirtschaftswachstum,  sondern es versucht die Messung einer nachhaltigen Entwicklung und dadurch auch Verbesserung der Lebensbedingungen.Hierbei werden außer der Ökonomie auch die Felder Ökologie, Gesellschaft und Soziales und die Partizipation der Bevölkerung an sozialen Prozessen gemessen, was am Ende den Menschen in seiner lebenswerten Umwelt in den Vordergrund stellt.Hierbei kann und muss auf die Umweltforschungen und Erfolge der Industriestaaten zurückgegriffen werden. Eine „Trial and Error“ Taktik, wie in den westlichen Staaten im letzten Jahrhundert ist nicht erstrebenswert. China hat die Kosten der Umweltverschmutzung im Verhältnis zum Brutto Sozial Produkt von 8-12% erkannt und versucht durch unterzeichnen des Kyoto- Protokolls einen Schritt in die richtige Richtung zu gehen.[50]Weiterhin sind Projekte wie das Ecocity Programm wichtig, um aus den Modellprojekten eine Vorbildfunktion abzuleiten und eine Durchführung auch in anderen Städten zu ermöglichen. Ein Aufbau von Kapazitäten im Umweltbereich wirkt positiv auf alle Gesellschaftsbereiche. Vor allem die Ressourcenverschwendung kann somit reduziert werden und auch in der Freizeit kann ein verantwortungsbewussterer Umgang mit der neuen Mobilität erfahren werden.[51]Des Weiteren ist auch durch den Vergleich mit dem europäischen Ecocity Projekt deutlich sichtbar, dass in China noch mehr am Rahmenwerk gearbeitet werden muss als an Details, da sonst der Überblick durch die Masse an Menschen und die Größe des Landes verloren geht. Grundsätzliche Vorgaben müssen landesweit in Gesetzen verankert werden. Erst dann kann man, wie in Europa, beginnen in einzelnen kleinen Modellen ein komplett ökologisches System zu integrieren. Bisher ist man damit in China ohne fremde Hilfe überfordert und damit ist das Ecocity Programm ein weg aus der ökologischen Krise.  Eine chinesische Weisheit lautet:Gib einem Hungernden einen Fisch und er wird einen Tag lang satt. Lehre ihn fischen und er wird nie mehr hungern.Die Chinesen müssten mit diesem Sprichwort vertraut sein, und dennoch, man muss Ihnen das fischen nun möglichst schnell beibringen, sonst sind keine Fische mehr im Fluss und eine Krise in China wäre automatisch eine globale Krise.[52]Es gilt nicht zuletzt auch für westliche Unternehmen die die Vorteile für Ihren eigenen Gewinn nutzen, das Ziel der Nachhaltigkeit nicht nur in ihren eigenen Corporate Governance Kodex aufzunehmen sondern aktiv die Arbeiter in ihren Fabriken im fernen Osten in umweltfreundlichem Verhalten zu Erziehen. Andernfalls droht der Markt zur Zukunft zu einer globalen Wirtschaftskrise zu werden, wobei dies dem globalen Klimakollaps vorzuziehen wäre. 

5       Schlussbetrachtung

Den bisherigen Schaden der Chinas Umwelt schon zugefügt wurde, und noch immer zugefügt wird, muss durch Erweiterung der Maßnahmen der globalen Gemeinschaft gestoppt werden. Staatliche und nicht staatliche Organisationen sind in Zukunft noch stärker gefordert. Einem Großteil der Industrie-unternehmen, kann bei Umweltthemen kein Vertrauen geschenkt  werden. Daraus resultiert, dass verstärkt Kontrollmechanismen und Anreize geschaffen werden müssen, wie sie auch in europäischen Ländern verstärkt eingesetzt werden.Das Ecocity Programm ist beispielhaft für eine nachhaltige Entwicklung. Die Kreislaufwirtschaft spielt als integrierter Bestandteil einer urbanen Entwicklung eine zentrale Rolle, da nur so eine effiziente Verwendung der Ressourcen gewährleistet werden kann.Es gilt erhöhte Aufmerksamkeit auf China zu lenken, um den chinesischen Worten auch Taten folgen zu lassen. Damit dort der Umweltschutz nicht nur als Trend des modernen westlichen Geschäftsmanns gesehen wird, sondern als Notwendigkeit für ein Leben und Überleben in  der Zukunft.Es zeigt sich, dass eine umweltfreundliche Stadtentwicklung immer alle umweltrelevanten Themen umfassen muss, um nachhaltig wirksam zu sein. Das Indikatorensystem eröffnet eine standardisierte Evaluierungsmöglichkeit. Darüber hinaus ist es dadurch auch möglich, die Fortschritte zu dokumentieren, um gerade nicht einen einseitigen Wachstumskurs der Wirtschaft zu verfolgen. Die größte Herausforderung beim Ecocity Programm ist es, durch integrierte Maßnahmen das alte Stadtbild nicht gänzlich zu verändern und harmonische, aber effiziente Eingriffe vorzunehmen. Vor allem die Lebensbedingungen sollten sich verbessern und die sanitären Anlagen im neuen Wohnsilo sollten nicht das soziale Leben der historisch gewachsenen Altstadt ersetzen. Vielmehr sollte beides in wechselseitiger Abhängigkeit stehen, um so den größtmöglichen Nutzen für den Menschen zu erzielen. Industriestädte im Vorbild des Stadtplaners Le Corbusier sollten dagegen nicht Vorbild eines modernen und nachhaltigen urbanen Raums sein. Individuelle Ansätze in Kombination mit städteübergreifenden modelltheoretischen Grundüberlegungen sollten zur Basis der zukünftigen Ecocities gemacht werden. 

Zitate:[53]  Vorsitzender der chinesischen Reform- und Entwicklungskommission, Ma Kai:„Das Wirtschaftssystem ist ungesund, die Wirtschaftsstruktur ist irrational, das Wachstumsverhalten ist unreif“ Markus Taube Professor für Ostasienwirtschaft der Uni Duisburg-Essen:„Ungefähr 70 Prozent der großen Gewässer sind sehr stark verunreinigt, auch die Luftverschmutzung ist immens. Es gibt Berichte von ganzen Dörfern, die deshalb Krankheiten haben. Umweltschutzstandards werden einfach nicht umgesetzt.“    


[1] Vgl. Hintergrund Planet-Wissen; Umweltverschmutzung während der Industriellen Revolution;  http://www.planet-wissen.de/pw/Artikel,,,,,,,B837C2520840045CE034080009B14B8F,,,,,,,,,,,,,,,.html (25.12.2005)

[2] Ev. Studiengemeinschaft (2005), Leitfaden – Indikatoren im Rahmen der lokalen Agenda 21, s. 5

[3] Vgl. http://www.ecocity-programme.org/AboutEco.html (25.12.2005); http://www.un.org/documents/ga/conf151/aconf15126-1annex1.htm (25.12.2005)

[4] Vgl. Nachhaltige Stadtentwicklung – Altstadtsanierung in Yangzhou,  Http://goethe.de/ins/cn/prj/idas/the/nas/de920244.htm (25.12.2005)

[5] Vgl. http://www.ecocity-programme.org/AboutEco.html (25.12.2005)

[6] Vgl. http://www.ecocitybuilders.org/projects.html (25.12.2005); http://www.unhabitat.org; (25.12.2005) http://www2.gtz.de/dokumente/AKZ/deu/AKZ_2005_1/Akz1_2005_China.pdf; http://www.joburg-archive.co.za/2003/budget/idp/annex6.pdf (25.12.2005) 

[7] Vlg. http://www.ecocity-programme.org/AboutEco.html (25.12.2005)

[8] Vgl. Feng, Zhijun: Grundsätzliche Überlegungen zur Entwicklung der Kreislaufwirtschaft in China; in: Umwelt Wirtschafts Forum, 1/05, S.10

[9] Vgl. Abbildung 1

[10] Vgl. http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-daten/daten/abfallgesetz.htm (26.12.2005)

[11] Vgl. Feng, Zhijun: Grundsätzliche Überlegungen zur Entwicklung der Kreislaufwirtschaft in China; in: Umwelt Wirtschafts Forum, 1/05, S.13f

[12] Vgl. http://www.ecocityprojects.net/ (26.12.2005)

[13] Vlg. http://www.ecocity-programme.org/AboutEco.html (25.12.2005)   

[14]Vgl. Sun, Youhai: Vergleichende Analyse und Gestaltung der Gesetzgebung zur Kreislaufwirtschaft in China; in: Umwelt Wirtschafts Forum, 1/05, S.23

[15]Vgl. Feng, Zhijun: Grundsätzliche Überlegungen zur Entwicklung der Kreislaufwirtschaft in China; in: Umwelt Wirtschafts Forum, 1/05, S.7ff

[16] Sun, Youhai: Vergleichende Analyse und Gestaltung der Gesetzgebung zur Kreislaufwirtschaft in China; in: Umwelt Wirtschafts Forum, 1/05, S.22

[17] Vgl. Eichberger, Jürgen: Grundzüge der Mikroökonomik (2004), S.202ff

[18] Vgl. o.V. Fragile China (7/2005) in:  Spiegel Special – International Edition: Globalization – The New World s.34

[19] Vgl. Czymmek, Edgar / Endrukaitis, Edgar: Im Widerstreit – Chinas ökonomische und ökologische Entwicklung; in: Umwelt Wirtschafts Forum, 1/05, S.72

[20] Vgl.Dalkman, Holger; Wege von der nachholenden zur nachhaltigen Entwicklung Infrastrukturen und deren Transfer im Zeitalter der Globalisierung; Wuppertal Papers: Nr. 140 (2/ 2004) H; Fallbeispiel: Chinas Wege – nachholend oder nachhaltig S.51f  

[21] Vgl. Phd. Geng, Yong: Öko-industrielle Entwicklung; in: Umwelt Wirtschafts Forum, 1/05, S.28

[22] Vgl. Czymmek, Edgar / Endrukaitis, Edgar: Im Widerstreit – Chinas ökonomische und ökologische Entwicklung; in: Umwelt Wirtschafts Forum, 1/05, S.72

[23]Vgl. Liesegang, Dietfried G. (Hrsg.) (2003);Zwischenbetriebliche Stoffkreislaufwirtschaft in der Industrieregion Rhein-Neckar, S.392ff; in: Industrielle Stoffkreislaufwirtschaft im regionalen Kontext

[24] Vgl. Nachhaltige Stadtentwicklung – Altstadtsanierung in Yangzhou; Http://goethe.de/ins/cn/prj/idas/the/nas/de920244.htm (4.1.2006)

[25] Die genaue Lage ist auf der Landkarte ersichtlich (Abbildung 3).

[26] http://www.gtz.de/de/praxis/6534.htm (28.12.2005)

[27] http://www.ecocity-programme.org/AboutUsOverview.htm (28.12.2005); http://www.gtz.de/de/praxis/6534.htm (28.12.2005)

[28] Vgl. Nachhaltige Stadtentwicklung – Altstadtsanierung in Yangzhou; Http://goethe.de/ins/cn/prj/idas/the/nas/de920244.htm (28.12.2005)

[29] China: Grünflächen statt Beton und Asphalt; http://www.gtz.de/de/top-themen/7773.htm

[30] Umweltgerechte und nachhaltige Stadtentwicklung Projektbeschreibung; http://www.gtz.de/de/praxis/6534.htm

[31] Abschlussbroschüre Eschborner Fachtage: Brennpunkt – Faszination – Chance:Die Stadt von morgen; www.gtz.de/de/dokumente/ de-efta-abschlussbroschuere-2005.pdf

[32] Kühl, Christian: Konzepte ohne Abrissbirne; in: Akzente 1/2005; S.14

[33] Vgl. Kühl, Christian: Konzepte ohne Abrissbirne; in: Akzente 1/2005; http://www2.gtz.de/dokumente/AKZ/deu/AKZ_2005_1/Akz1_2005_China.pdf

[34] Vgl. http://www.yzeco-center.org/introen.asp

[35] Vgl. http://www.changzhou.gov.cn/CZPortal2005Web/english/infrastructure.aspx

[36] 40′000 Chinesischer Renminbi Yuan = 4190.69 Euro

[37] Vgl. http://www.changzhou.gov.cn/CZPortal2005Web/english/prospect.aspx

[38] Sanitäre Anlagen in den Wohnungen sind die Ausnahme. Es werden grundsätzlich öffentliche Anlagen aufgesucht.

[39] http://www.ecocity-programme.org/News3.htm

[40] ecosan – newsletter – no. 10 – 11/2003 ; http://www.gtz.de/ecosan/download/nl10eng.pdf

[41] siehe Kapitel 3

[42] Vgl.
Yangzhou, sustainable development and you; http://www.yzeco-center.org/knowen.asp?p_num=3&id=12 (5.1.2006)

[43] In Anlehnung an das bis 9/2003 durchgeführte Project Cycle Management (PCM)der GTZ (3 Phasen: Identifizierung, Konzipierung und Durchführung)

[44]Vgl.  Kühl, Christian: Konzepte ohne Abrissbirne; in: Akzente 1/2005; http://www2.gtz.de/dokumente/AKZ/deu/AKZ_2005_1/Akz1_2005_China.pdf

[45] http://www.ecocityprojects.net/; Urban Development towards Appropriate Structures for Sustainable Transport – Executive publishable summary http://www.ecocityprojects.net/upload/26/Publishable%20Summary.doc

[46] Urban Development Towards Appropriate Structures For Sustainable  Transport -Publishable Final Report; www.ecocityprojects.net/upload/00Library/ECOCITY_Publishable_Final_Report.pdf

[47] Vgl. http://www.transrapid.de/ (1.1.2006)

[48] Ev. Studiengemeinschaft.(2005), Leitfaden – Indikatoren im Rahmen der lokalen Agenda 21, s.8f

[49]  Vlg. http://www.daserste.de/weltspiegel/beitrag.asp?uid=kxw6it5yu3v8t604 (3.1.2006)

[50] Vgl Czymmek, Frank/ Endrukaitis, Edgar: Im Widerstreit – Chinas ökonomische und ökologische Entwicklung; in: Umwelt Wirtschafts Forum, 1/05, S.73

[51] Vgl Öko-industrielle Entwicklung in China; in: Umwelt Wirtschafts Forum, 1/05, S.35f

[52] Das Land der giftigen Flüsse; in: SZ 22.12.2005;

http://www.sueddeutsche.de/,panl4/panorama/artikel/700/66634

[53] o.V. Wunderbares Wirtschaftswunder? -Die Schattenseiten des chinesischen Booms;  http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/9/0,1872,2380521,00.html

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Spieltheorie, nicht von mir…

Mai 2, 2007 · Kommentar schreiben

           Spieltheorie                        Den Gegner überlisten Die Spieltheorie geht wesentlich auf die beiden deutschsprachigen Mathematiker John von Neumann und Oskar Morgenstern zurück. Drei Pioniere der Spieltheorie – John Nash, John Harsanyi und der deutsche Reinhard Selten – sind für ihre Arbeit 1994 mit dem Nobelpreis für Ökonomie ausgezeichnet worden. 

Die Wissenschaft vom strategischen Denken heißt Spieltheorie. Strategisches Denken ist die Kunst, einen Gegner zu überlisten, der seinerseits dasselbe Ziel verfolgt. Michael Porter wendet in seinem Buch Wettbewerbsstrategie, die Lehren der Spieltheorie auf Probleme der Unternehmensstrategie an.  

Die Spieltheorie entstand im Zweiten Weltkrieg und hielt während der Zeit des politischen Kalten Krieges Einzug in andere Bereiche. Die Mentalität war geprägt von Gewinnern und Verlierern, von einem Nullsummenspiel. Doch die moderne Spieltheorie beschreibt auch ein Gewinner-Gewinner-Spiel, ein Positivsummenspiel (Win-win-position).  

Wenn das Nullsummenspiel die Konkurrenz zwischen Unternehmen meint und das Positivsummenspiel die Kooperation zwischen ihnen, dann liegt ihr wahrer Nutzwert darin, dass sie auf das Wechselspiel zwischen Konkurrenz und Kooperation angewendet wird. Der Begriff Coopetition (cooperation + competition) bringt dieses Wechselspiel auf den Punkt. 

 

Das Wertenetz  In der Spieltheorie gibt es vier Arten von Spielern, mit denen ein Unternehmen in Beziehung steht:          Kunden,          Lieferanten,          Konkurrenten und          Komplementoren. All diese Spieler sind voneinander abhängig und ein und derselbe Spieler kann gleichzeitig mehrere Rollen spielen. Jedes Unternehmen sollte sämtliche Spieler, mit denen es zu tun hat, sowie deren gegenseitige Abhängigkeiten in ein Diagramm, ein Wertenetz, einzeichnen.  

Entlang der vertikalen Dimension des Wertenetzes stehen die Kunden und die Lieferanten des Unternehmens. Ressourcen wie Rohstoffe oder Arbeitskraft fließen von den Lieferanten zum Unternehmen, Produkte und Dienstleistungen vom Unternehmen zu den Kunden. Geld fließt in die umgekehrte Richtung. 

Entlang der horizontalen Dimension stehen die Konkurrenten und Komplementoren des Unternehmens. Der Kunde entscheidet durch seine relative Bewertung, wer von den Wettbewerbern ein Konkurrent und wer ein Komplementor ist.  

Bewertet der Kunde ein Produkt im Verhältnis zu einem vergleichbaren als weniger attraktiv, so stehen die beiden Anbieter als Konkurrenten zueinander. Steigt der Wert eines Produktes für den Kunden jedoch durch die Kombination mit einem dazu passenden Produkt (z.B. Würstchen und Senf), so handelt es sich bei den beiden Anbietern um Komplementoren.  

Ein Komplement zu einem Produkt ist also jedes andere Produkt, welches das erstere attraktiver macht.nach oben Symmetrien im Wertenetz aufbauen  

In der vertikalen Dimension spielen Kunden und Lieferanten (auch: Kapitalgeber und Arbeitnehmer) symmetrische Rollen. Beide sind gleichwertige Partner bei der Wertschöpfung eines Unternehmens. Erst in jüngster Zeit fing man an zu begreifen, dass die Zusammenarbeit mit den Lieferanten ebenso wertvoll ist wie das Hören auf die Kunden.  

Eine andere Symmetrie besteht in der horizontalen Dimension. Hier sind die Konkurrenten und Komplementoren angesiedelt. Gelingt es einem Unternehmen, ein neues Produkt im Markt zu etablieren, so geht das auf Kosten des Konkurrenten (Nullsummenspiel). Einer oder mehrere Komplementoren können jedoch von dem neuen Produkt profitieren (Positivsummenspiel).nach oben Spielregeln aufbauen  

Was ein Unternehmen im Geschäft erreichen kann, hängt zum einen von der Macht im Spiel ab – der eigenen Macht und der Macht der anderen, die konkurrierende Ansprüche auf den zu verteilenden Kuchen haben. Die jeweilige Macht hängt wiederum von der Struktur des Spiels ab. Die Spieltheorie hilft, diese Machtverhältnisse genau zu bestimmen.nach oben Die Teile und das Ganze – PARTS  PARTS zusammen mit dem Wertenetz bilden das zentrale Schema, um die Spieltheorie auf das Geschäftsleben anzuwenden. Die einzelnen Elemente sind Komponenten eines einzigen Ganzen. Sie hängen stark voneinander ab und überschneiden sich häufig. PARTS gibt dem Unternehmen die Möglichkeit, ein bestehendes Spiel in ein vollkommen neues zu verwandeln. Jedes Element ist also ein strategischer Hebel, um Wettbewerbsstrategien systematisch entwickeln zu können.Players – Die SpielerZu jeder Zeit, zu der ein Unternehmen in das Geschäftsleben eintritt, ändert sich das Spiel. In der Physik ist dieser Effekt als das Heisenberg-Prinzip bekannt – man kann nicht mit einem System in Wechselwirkung treten, ohne es zu verändern. Dazu gibt es drei Strategien: Wie man ein Geschäftsspieler wird, wie man andere Spieler ins Spiel bringt und wie man Spieler auswechseln kann.Added Value – Die MehrwerteDer Mehrwert misst, was jeder in das Spiel einbringt. Welcher Mehrwert ein Spieler erzielen kann, hängt davon ab, in welcher Marktsituation das Geschäftsspiel stattfindet: im Monopol oder in der Welt des Wettbewerbs. 

Beim Monopol erreicht man durch Verknappung des Angebots, den Mehrwert der anderen Spieler (Kunden, Komplementatoren und Lieferanten) zu begrenzen. In einer Wettbewerbssituation muss ein Unternehmen sich seinen Mehrwert erst hart erarbeiten. Rules – Die RegelnDie meisten im Geschäftsleben angewandten Regeln sind solide fundierte Gesetze und Gebräuche. Daneben gibt es aber noch Verträge mit Kunden und Lieferanten oder Regeln auf Konsumentenmärkten. Relativ kleine Änderungen dieser Regeln können enorme Ergebnisveränderungen bewirken. Die Regeln strukturieren die Spielweise und sind, wie Mehrwerte, wichtige Machtquellen. Tactics – Die TaktikenTaktiken basieren auf Auffassungen der Spieler. Wer die Auffassungen ändert, ändert das gesamte Spiel. Taktiken sind Handlungen, die Spieler ausführen, um die Auffassungen anderer Spieler zu formen. Einige Taktiken sind so angelegt, dass sie einen Nebel lüften (Glaubwürdigkeit des Unternehmens), andere dazu, einen Nebel zu erhalten, und wieder andere zum Aufrühren neuer Nebel.Scope – Der SpielraumEin Unternehmen kann auch die Grenzen des Spiels verändern, also den Spielraum. Es bedeutet, die Verbindungen zwischen Spielern zu erkennen, zu verstehen, auszuspielen und zu ändern. Dies kann durch Mehrwerte, Regeln und Taktiken geschehen.nach oben
          In der Spieltheorie gibt es vier Arten von Spielern, mit denen ein Unternehmen in Beziehung steht:          Kunden,          Lieferanten,          Konkurrenten und          Komplementoren. All diese Spieler sind voneinander abhängig und ein und derselbe Spieler kann gleichzeitig mehrere Rollen spielen. Jedes Unternehmen sollte sämtliche Spieler, mit denen es zu tun hat, sowie deren gegenseitige Abhängigkeiten in ein Diagramm, ein Wertenetz, einzeichnen.  

Entlang der vertikalen Dimension des Wertenetzes stehen die Kunden und die Lieferanten des Unternehmens. Ressourcen wie Rohstoffe oder Arbeitskraft fließen von den Lieferanten zum Unternehmen, Produkte und Dienstleistungen vom Unternehmen zu den Kunden. Geld fließt in die umgekehrte Richtung. 

Entlang der horizontalen Dimension stehen die Konkurrenten und Komplementoren des Unternehmens. Der Kunde entscheidet durch seine relative Bewertung, wer von den Wettbewerbern ein Konkurrent und wer ein Komplementor ist.  

Bewertet der Kunde ein Produkt im Verhältnis zu einem vergleichbaren als weniger attraktiv, so stehen die beiden Anbieter als Konkurrenten zueinander. Steigt der Wert eines Produktes für den Kunden jedoch durch die Kombination mit einem dazu passenden Produkt (z.B. Würstchen und Senf), so handelt es sich bei den beiden Anbietern um Komplementoren.  

Ein Komplement zu einem Produkt ist also jedes andere Produkt, welches das erstere attraktiver macht.nach oben Symmetrien im Wertenetz aufbauen  

In der vertikalen Dimension spielen Kunden und Lieferanten (auch: Kapitalgeber und Arbeitnehmer) symmetrische Rollen. Beide sind gleichwertige Partner bei der Wertschöpfung eines Unternehmens. Erst in jüngster Zeit fing man an zu begreifen, dass die Zusammenarbeit mit den Lieferanten ebenso wertvoll ist wie das Hören auf die Kunden.  

Eine andere Symmetrie besteht in der horizontalen Dimension. Hier sind die Konkurrenten und Komplementoren angesiedelt. Gelingt es einem Unternehmen, ein neues Produkt im Markt zu etablieren, so geht das auf Kosten des Konkurrenten (Nullsummenspiel). Einer oder mehrere Komplementoren können jedoch von dem neuen Produkt profitieren (Positivsummenspiel).nach oben Spielregeln aufbauen  

Was ein Unternehmen im Geschäft erreichen kann, hängt zum einen von der Macht im Spiel ab – der eigenen Macht und der Macht der anderen, die konkurrierende Ansprüche auf den zu verteilenden Kuchen haben. Die jeweilige Macht hängt wiederum von der Struktur des Spiels ab. Die Spieltheorie hilft, diese Machtverhältnisse genau zu bestimmen.nach oben Die Teile und das Ganze – PARTS Was ein Unternehmen im Geschäft erreichen kann, hängt zum einen von der Macht im Spiel ab – der eigenen Macht und der Macht der anderen, die konkurrierende Ansprüche auf den zu verteilenden Kuchen haben. Die jeweilige Macht hängt wiederum von der Struktur des Spiels ab. Die Spieltheorie hilft, diese Machtverhältnisse genau zu bestimmen 

 

Die Teile und das Ganze – PARTS  PARTS zusammen mit dem Wertenetz bilden das zentrale Schema, um die Spieltheorie auf das Geschäftsleben anzuwenden. Die einzelnen Elemente sind Komponenten eines einzigen Ganzen. Sie hängen stark voneinander ab und überschneiden sich häufig. PARTS gibt dem Unternehmen die Möglichkeit, ein bestehendes Spiel in ein vollkommen neues zu verwandeln. Jedes Element ist also ein strategischer Hebel, um Wettbewerbsstrategien systematisch entwickeln zu können.Players – Die SpielerZu jeder Zeit, zu der ein Unternehmen in das Geschäftsleben eintritt, ändert sich das Spiel. In der Physik ist dieser Effekt als das Heisenberg-Prinzip bekannt – man kann nicht mit einem System in Wechselwirkung treten, ohne es zu verändern. Dazu gibt es drei Strategien: Wie man ein Geschäftsspieler wird, wie man andere Spieler ins Spiel bringt und wie man Spieler auswechseln kann.Added Value – Die MehrwerteDer Mehrwert misst, was jeder in das Spiel einbringt. Welcher Mehrwert ein Spieler erzielen kann, hängt davon ab, in welcher Marktsituation das Geschäftsspiel stattfindet: im Monopol oder in der Welt des Wettbewerbs. 

Beim Monopol erreicht man durch Verknappung des Angebots, den Mehrwert der anderen Spieler (Kunden, Komplementatoren und Lieferanten) zu begrenzen. In einer Wettbewerbssituation muss ein Unternehmen sich seinen Mehrwert erst hart erarbeiten. Rules – Die RegelnDie meisten im Geschäftsleben angewandten Regeln sind solide fundierte Gesetze und Gebräuche. Daneben gibt es aber noch Verträge mit Kunden und Lieferanten oder Regeln auf Konsumentenmärkten. Relativ kleine Änderungen dieser Regeln können enorme Ergebnisveränderungen bewirken. Die Regeln strukturieren die Spielweise und sind, wie Mehrwerte, wichtige Machtquellen. Tactics – Die TaktikenTaktiken basieren auf Auffassungen der Spieler. Wer die Auffassungen ändert, ändert das gesamte Spiel. Taktiken sind Handlungen, die Spieler ausführen, um die Auffassungen anderer Spieler zu formen. Einige Taktiken sind so angelegt, dass sie einen Nebel lüften (Glaubwürdigkeit des Unternehmens), andere dazu, einen Nebel zu erhalten, und wieder andere zum Aufrühren neuer Nebel.Scope – Der SpielraumEin Unternehmen kann auch die Grenzen des Spiels verändern, also den Spielraum. Es bedeutet, die Verbindungen zwischen Spielern zu erkennen, zu verstehen, auszuspielen und zu ändern. Dies kann durch Mehrwerte, Regeln und Taktiken geschehen.

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BWL 2 Terberger 2004 oder 2005

Mai 2, 2007 · Kommentar schreiben

  

 

Def: Vermögen2 Konzepte          1. Wert des U. als Ganzes                    Problem: beruht auf Prognosen                              Wert/Preis der Zahlungsströme, die an Eigen u Fremdkapital fließen(Ertragswert)          2. Summe der einzelnen VG                    Unterschied zw. Zerschlagungsorientierten Werten                                         Fortführungsorientierten Werten                              à Differenz sunk costs:                                        Kosten die in der Vergangenheit entstanden sind u sich nicht mehr rückgängig machen lassen.à abhängig von der Verwendungsweise der Ressourceàasset specificity 

 

 

Zusammenhang zw. G&V u Bilanz -        Bilanz: betandsrechnung, G&V Stromrechnung àsaldo-        G&V: Betriebsergebnis, Finanzergebnis, Besonderes Ergebnis, Woher kommt Erfolg?? 

Bilanztheorie:Klassische Bilanztheorie:-        Statische Bilanztheorieo      zerschlagungsorientierto      fortführungsorientiertDynamische Bilanztheorie:o      Ermittlung von Erfolgo      Info ob Erfolg lohnendModerne Bilanztheorie     à Ziel: Interessenkonfliktregelung 

2Fragen: Normativ?–> Verhaltensannahme 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wichtiges von Keenweb

è Folie über Zusammensetzung von Vermögen

Definitionen:

-         Auszahlung: Abfluss von Zahlungsmitteln

-         Ausgabe: Abfluss vom Geldvermögen

-         Aufwand: Abfluss vom Reinvermögen

-         Kosten: bewerteter, leistungsbezogener Güterverzehr

Kontrolle eines Managers durch den Kapitalmarkt erfolgt über den Aktienkurs. Sinkt der Aktienwert ergeben sich folgende Probleme:

-         Wert des Unternehmens sinkt (Machteinbuße)

-         Übernahmegefahr steigt

-         Eigene Übernahmefähigkeit sinkt (weil eigene Aktien i.d.R. Zahlungsmittel sind)

-         Managergehalt kann kursabhängig sein

Potentielle Konflikte in der Manager-Eigner-Beziehung:

 

MANAGER

 

Konfliktfelder:

 

AKTIONÄR

Die Interessen des Gläubigers liegen eher auf der Managerseite. Ihr Hauptinteresse ist die Insolvenzvermeidung (also sichere Rückzahlung des Kredits), d.h. der Manager soll nur kalkulierbare Risiken eingehen, ausserdem ist ein hohes Schuldendeckungspotential (EK) gewünscht.

IAS: International Accounting Standards:

Zielsetzung ist die zutreffende Darstellung der wirtschaftlichen Lage und des Erfolgspotentials eines Unternehmens verpflichtend zu machen.

Ausrichtung auf EK-Geber-und Investoreninteressen (HGB è Gläubigerorientierung).

IASC (IAS-Committee) legt Standards fest; ist internationales Kommitee und hat keine exekutive Instanz.

 

US-GAAP: Generally Accepted Accounting Principles:

Ist unbestimmter Rechtsbegriff und hat als übergeordnete Zielsetzung die “fair presentation”.

FASB ist auch Kommitee = financial accounting standards boardVermögenskonzepte:

1.               zerschlagungsorientierte Werte

2.               fortführungsorientierte Werte

3.               Wert des Unternehmen als Ganzes

Wenn die Fortfürung sinnvoll sein soll:    3. > 2. > 1.

2.  -  1.  =  sunk cost

Def. Sunk costs: Kosten, die in der Vergangenheit bereits ursächlich entstanden sind und deren Höhe gegenwärtig oder zukünftig nicht mehr beeinflusst werden kann.

 

Adressaten der Vermögenskonzepte:

-         Gläubiger  è  Zerschlagungswert (worst case)

-         Eigner è Fortführungswert bzw. Wert des U als Ganzes

-         Manager è Tendenz eher zur Fortführung, ist aber eigentlich abhängig von wirtschaftlicher Lage des Unternehmens

 

Überschuldung bedeutet, daß das EK < 0 (dann erscheint es auf der Aktivseite)

 

 

Gesamtkostenverfahren

Umsatzkostenverfahren

Verschiedene Bilanztheorien:

1. statische Bilanztheorie:

-         Begründer: Hermann Veit Simon (1886)

-         Dokumentation

-         Stichtagsbezogene Schuldendeckungskontrolle

-         Zerschlagungs- und Fortführungsorientierung: Vermögen als Summe von Einzelvermögensgegenständen, die zu AHK bewertet werden (also: vergangenheitsbezogen), HGB wird dieser Theorie i.d.R. gerecht

2. dynamische Bilanztheorie:

-         Begründer: Eugen Schmalenbach (1908)

-         Erfolgsermittlung zur Kontrolle des Betriebsgebaren

-         Ermittlung eines aussagefähigen Erfolgs (auch auf Kosten der Vermögensdarstellung)

-         Vermögen als Basis des zukünftigen Erfolgs, keine Verwirklichung im HGB (Bsp.: eigene Patente)

3. moderne Bilanztheorie:

-         Bilanz ist Instrument zur Interessenkonfliktregelung (Kompetenzabgrenznug Eigner/Manager/Gläubiger)

-         Vermögen als das, was in der Verwendungskompetenz des Managers steht, HGB: Jahresabschluss als Rechenwerk trennt den Ertrag, der ausschüttungsfähig ist, vom restlichen Vermögen

Vermögensgegenstände müssen in der Bilanz aktiviert werden, wenn gleichzeitig gilt:

-         Gegenstand wurde gegen Aufwand erlangt

-         Gegenstand verspricht Nutzen

-         Gegenstand muss einer selbstständigen Bewertung zugänglich sein

Disagio ist die Differenz von Rückzahlungsbetrag und Ausgabebetrag bei Krediten (ohne Zinsen!!!).

 

Das Vorsichtsprinzip besteht aus 2 Komponenten:

1.) Realisationsprinzip: Gewinne dürfen erst dann bilanziert werden, wenn sie realisiert wurden, d.h. wenn das Geschäft nicht mehr am Unvermögen des Kaufmanns scheitern kann.

2.) Imparitätsprinzip: Gewinne und Verluste werden im HGB unterschiedlich behandelt: voraussichtliche Verluste müssen sofort berücksichtigt werden (PRAP), nicht aber voraussichtliche Gewinne (1).

 

Der derivative Geschäfts- oder Firmenwert ist die Differenz zwischen Kaufpreis und Zeitwert der gekauften Firma, in der Bilanz besteht hierzu ein Ansatzwahlrecht.

 

Abschreibungen:

-         Planmäßige Abschreibungen sind nur für abnutzbare Vermögensgegenstände des Anlagevermögens zulässig.

-         Für unerwartete Wertminderungen gelten zwei Prinzipe: Das gemilderte und das strenge Niederstwertprinzip. Das gemilderte bezieht sich auf das AV und besagt, daß dauerhafte Wertminderungen als außerplanmäßige Abschreibungen aktiviert werden müssen, für kurzfristig vorübergehende Wertminderungen jedoch ein Wahlrecht zur Aktivierung besteht. Das strenge Prinzip gilt jedoch für das UV und besagt das alle Wertminderungen in der Bilanz aktiviert werden müssen.

 

Bewertungsvereinfachungsverfahren:

Normalerweise gilt der Grundsatz der Einzelbewertung (Kompensationsverbot), aber es existieren Bilanzposten für die eine Einzelbewertung zu aufwendig ist (z.B. alles, was in Silos gelagert wird).

 

è  Verschiedene Verfahren zum Wertansatz gleichartiger Vermögensgegenstände des Vorratsvermögens:

 

 

 

 

Zeitlich bestimmte Folge

 

Sonstig bestimmte Verfahren

 

Gruppenbewertungsverfahren

 

Planmäßige Abschreibungen:

-         Verursachungsgerechter Werteverzehr jeder Abrechnungsperiode für mehrperiodig nutzbare und abnutzbare Vermögensgegenstände wird ermittelt.

-         Bezug zur Bilanztheorie: In den Abschreibungen steckt inhaltlich das Fortführungsprinzip.

-         Nach § 7 Abs. 2 ESTg muss der Abschreibungssatz (a, r) immer kleiner gleich 20 % sein.

-         Notation: a = jährlicher Abschreibungsbetrag; A = Anschaffungskosten; n = geschätzte Nutzungsdauer in Jahren; L = Liquidationserlöse; r = Abschreibungssatz;  Rt= kalkulatorischer Restbuchwert am Ende des Jahres

-         Lineare Abschreibung: a = (A – L) / n-         Geometrisch degressive Abschreibung: r = 1- ((L / A)^(1 / n))-         Bei Mischverfahren: immer das Verfahren verwenden, das für die einzelne Periode einen höheren Abschreibungsbetrag (absolut) liefert.Wichtiges:

Wahlrechte bei:

-         Zuschreibungen (nur Personengesellschaft, KG: Pflicht zur Zuschreibung)

-         Gemildertes NWP für das Anlagevermögen bei kurzfristiger Wertminderung

-         Derivative GFW können in der Bilanz oder in der GuV aktiviert werden

-         Auswahl des Gruppenbewertungsverfahren möglich

-         Disagio: Als Aufwand in die GuV oder in der Bilanz aktivieren (wie der. GFW)

 

Vorsicht bei der Ausweisung des Endbestandes der Vorräte bei Gruppenbewertungsverfahren. Wenn der Endbestand rechnerisch über dem Marktwert liegt, muss auf diesen abgeschrieben werden!!!

 

Das Eigenkapital ergibt sich als Saldo der Bilanz ohne EK, oder man addiert den Jahresüberschuß zum Eigenkapital der letzten Periode (Probe!).

 

Die Anfangsbestände nicht vergessen!

 

Gründe für die Zielsetzung eines möglichst hohen Jahresüberschuß:

-         Auszeichnung: Manager des Jahres

-         Hohe Ausschüttung geplant

-         Erschließung neuer Gläubiger

-         Pflege der Kreditwürdigkeit

-         Unruhen auf der Hauptversammlung vermeiden

-         Potentielle Übernehmer zu hohen Preisen treiben (Abschreckung)

 

Gründe für das Anstreben eines niedrigen Jahresüberschuß:

-         Steuern sparen

-         Durch „Mitleid“ Subventionen ergattern

-         Geringe Ausschüttung (Vermögen bleibt im U, was mehr Handlungsfähigkeit heißt)

-         Desinteresse an Übernahmen wecken oder auch diese provozieren

 

Anstrebung eines moderaten Überschusses:

-         Verstetigung der Gewinne und Dividenden

-         Puplizitätspolitische Ziele

In der Kostenartenrechnung werden sämtliche Kosten für betriebliche Leistungen einer Periode vollständig, eindeutig und überschneidungsfrei nach Kostenarten gegliedert erfasst.

 

Folie: Beziehungen zwischen Kostenträgereinzel-, Gemeinkosten, sowie fixen…..

 

Kriterium für die Unterscheidung zwischen Einzelkosten und Gemeinkosten ist die direkte Zurechenbarkeit von Kosten auf irgendwelche Kalkulationsobjekte. Letztlich kann man alle Kosten nach Einzel- und Gemeinkosten aufteilen.

Die Vollkostenrechnung versteht unter Einzelkosten aber in der Regel Kostenträgereinzelkosten.

Die Kostenträgereinzelkosten können einzelnen Endproduktarten, Aufträgen oder Mengeneinheiten aufgrund genauer Aufzeichnungen direkt zugerechnet werden. Sie gehen daher direkt von der Kostenarten- in die Kostenträgerrechnung.

Kostenträgergemeinkosten fallen nicht unmittelber für ein einzelnes Erzeugnis oder einen einzelnen Auftrag an: Sie betreffen also mehrere Aufträge zusammen. Sie können daher zunächst nur zu einer oder mehreren Kostenstellen zugeordnet werden.

Unechte Gemeinkosten sind eigentlich direkt für ein Produkt erfassbar, aber aus wirtschaftlichen Gründen werden sie nicht direkt erfasst, sondern wie Gemeinkosten

 

Hauptkostenstelle: Leistungsabgabe erfolgt direkt an die Erzeugnisse, Hauptkostenstellen werden nicht auf andere Kostenstellen verrechnet.

Hilfskostenstellen: Es besteht immer eine Leistungsabgabe an andere Haupt- oder Hilfskostenstellen.

 

Fixkostenproportionalisierung in der Vollkostenrechnung stellt ein Problem dar, weil hierbei alle Fixkosten auf Mengen umgerechnet werden und deshalb gar nicht mehr fix sind!!! (Also die Fixkosten sinken anteilig bei steigender Ausbringungsmenge.)

 

 

Die Gefahr in der Selbstkosten-Plus-Gewinnzuschlags-Kalkulation besteht darin, daß man sich aus dem Markt herauskalkulieren kann. Kalkuliert man den Preis aufgrund von Absatzzahlen der vergangenen Periode, muss man damit rechnen, daß in der aktuellen Periode andere Mengen abgesetzt werden! (Preis, Sättigung)

 

Teilkostenrechnung (direct costing): 

Deckungsbetrags eines Produktes = (Erlös eines Produktes) – (variable Kosten des Produktes)

Periodengewinn = (∑ aller Deckungsbeträge) – (Fixkosten)

Bruttogewinn ProduktA = (verkaufte MengeA) * (PreisA – var.KostenA)

Gesamter Bruttogewinn = ∑ aller Bruttogewinne

Nettogewinn = (gesamter Bruttogewinn) – (Fixkosten)

Der break-even-point einer Produktion ist die Stückzahl, ab der kein Verlust mehr bezüglich des Produktes entsteht.

 

 

 

Gestaltung eines optimalen Produktionsprogramms:

1. Ermittlung der Deckungsbeträge : = (Verkaufspreis) – (variable Kosten)

   Ist ein Deckungsbetrag positiv lohnt sich im allgemeinen die Produktion des Produktes.

2. Überprüfung, ob ein Produktionsengpaß besteht:

3. Kann man wegen eines Produktionslimits nicht alle Produkte mit positivem              

    Deckungsbetrag herstellen, entscheidet man sich für die Produkte, die den höchsten

    Deckungsbetrag pro Einheit der Beschränkung (engpaßbezogene/relative  

    Deckungsbeträge)(z.B.: DB pro Stunde) aufweisen.

4. Erstellung der optimalen Mengen

 

 

Ein finanzielles Gleichgewicht eines Unternehmens kennzeichnet sich dadurch, daß in allen Perioden die Summe der Einnahmen nicht kleiner als die Summe der Ausgaben der Periode sind. Ist dies erfüllt, ist die Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens immer gewährleistet.

 

Bedingung für einen vollständigen Markt ist symetrische Informationsverteilung.

 

Der Konsumeinkommensstrom ist der Strom des für Konsumzwecke vorgesehenen Einkommens. Weil der Konsum Nutzen stiftet, wird Nutzen maximiert. Präferenzen sind nicht gesättigt, verschieden und wir setzen den homo oeconomicus voraus.

 

Entscheidungen bei Risiko: Wahrscheinlichkeiten sind bekannt, bei Sicherheit: Es handelt sich um sichere Ereignisse, bei Unsicherheit: Keine Informationen über die Wahrscheinlichkeiten sind erhältlich.

 

Annahme über Zahlungsströme: Alle Zahlungen werden dem Stichtag am Ende der Periode zugeordnet.

 

Barwert = Gegenwartswert = present value

Um den BW zu ermitteln muss man abzinsen oder diskontieren.

Zt ist der Wert des Zahlungsstroms Z in der Periode t. i entspricht dem Zinssatz.

                n

BW (i) = ∑  Zt / (1+i)t

               t=0 

Um den Endwert eines Zahlungsstroms zu ermitteln, muss man aufzinsen:

               nEW(i) = ∑  (1+i)(n-t)              t=0 

Der Barwert einer nachschüßigen Rente für n Perioden ist definiert als:

 

B(i) = Z0 + a ((1+i)n – 1) / ((1+i)n * i))

Der Quotient in Klammern ist der Rentenbarwertfaktor.

 

Bildet man den Barwert der Rente für n gegen unendlich ist er gleich:

B(i) = Z0 + (a / i) 

 

3 Dimensionen von Zahlungsströmen: zeitliche Struktur, Höhe, Sicherheit/Unsicherheit

 

Vollständiger und vollkommener Kapitalmarkt (v&vKM):

Weil keine Transaktionskosten existieren und symetrische Informationsverteilung herrscht, (Risiko existiert nicht) sind Haben- und Sollzins identisch. Außerdem sind beliebig viele liquide Mittel zu jedem Zeitpunkt und zu jeder Fristigkeit erhältlich.

 

Der Kapitalwert (K0) einer Investition gibt ihren Wert in t0 an. Dieser Wert entspricht auch dem möglichen Mehrkonsum in t0 und wird errechnet, indem man den Barwert der Zahlungsreihe des Investitionsobjekts bildet. Andere Bezeichnungen für K0:

Barwert, Netto-Present Value (NetPV), Grenzpreis für einen Zahlungsstrom, möglicher Mehrkonsum in t0 bezüglich der Anlage.

 

Um zwei Zahlungsströme vergleichen zu können, müssen sie in allen Perioden denselben Ertrag aufweisen und sich nur in einer ausschlaggebenden unterscheiden. Ist dies nicht der Fall vergleicht man die Barwerte zu verschiedenen Zeitpunkten. Diese bildet man durch aufzinsen (mit ih) und abzinsen (mit is).

 

Steht ein externer Eigenkapitalgeber zur Wahl, muss man diesen mit dem Eigenkapitalkostensatz (= p) verzinsen. Allgemein gilt: is ≥ p ≥ ih , weil der Investor nicht mehr als den Sollzins zahlt, weil er sonst FK wählt und der EK-Geber mindestens den Habenzins erhalten will (sein K0 soll nicht negativ sein). Um p zu berechnen, setzen wir also K0 des EK-Gebers gleich null und lösen nach p auf, dann können wir die fertigen Zahlungsströme aufstellen. Intern wird dann das Kapital mit (1-p) verzinst. 

 

1.Kapitalwertmethode:

Man berechnet die Kapitalwerte aller zur Auswahl stehenden Investitionsobjekte und wählt das mit dem höchsten K0 aus, solange dieser nicht negativ ist.

 

2.Annuitätenmethode:

Diese Methode transformiert jeden Zahlungsstrom so um, daß sich in jeder Periode gleiche Ein- bzw. Auszahlungen ( =at) ergeben. Am einfachsten zu berechnen ist dies für unendlich viele Perioden: at = K0 * KZF     ,sonst muss man den Rentenbarwertfaktor verwenden:

at = (K0 * (1 + KZF)t )* i / ((1+i)t – 1)

Hier ist der Zahlungsstrom mit dem höheren at natürlich höher zu bewerten.

 

3.IZF (interner Zinsfuß) – Methode:

Diese sollte nur bei Normalinvesitionen durchgeführt werden. Eine Normalinvestition liegt vor, wenn es innerhalb des Zahlungsstroms nur einen Vorzeichenwechsel gibt und wenn die betragsmäßige Summe aller Auszahlungen kleiner als die Summe der Einzahlungen ist. Um den IZF zu berechnen, bildet man den Kapitalwert mit dem IZF und nicht mit dem KZF, setzt K0 = 0 und löst nach dem IZF auf. Bildet man die Kapitalwertfunktion (K0 abhängig vom KZF) ist der IZF dann genau die einzige Nullstelle dieser Funktion einer Normalinvestition. Für einen KZF gegen plus unendlich konvergiert die Funktion typischerweise gegen den Wert der Anschaffungsauszahlung:


Die IZF-Methode eignet sich nicht zum Vergleich von Investitionsobjekten, ist der              IZF > KZF ist die Investition allerdings lohnend, sonst nicht. Die IZF-Methode beinhaltet allerdings auch einen gravierenden Fehler: Sie verzinst nur das gebundene Kapital. Erfolgt also recht früh eine hohe Auszahlung wird diese bei der Verzinsung nicht mehr berücksichtigt, obwohl diese natürlich mindestens wieder am Kapitalmarkt zum KZF angelegt werden würde. Der IZF entspricht der „Rendite“, dem „kritischen Zinsfuß“ oder der „Verzinsung des gebundenen Kapitals“.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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April 11, 2007 · Kommentar schreiben

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